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Bild:
NASA
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Die Ortschaft
Cape Canaveral zwischen Miami und Jacksonville gelegen, wurde 1574 von
spanischen Seefahrern gegründet. Das sumpfige Gelände diente
bereits im 2. Weltkrieg der Luftwaffe als Stützpunkt.
Im September
1948 wurde die Banana River Naval Air Station im Gebiet des Cape Canaveral
in Betrieb genommen, und Ende der vierziger Jahre erhielt Cape Canaveral
den Zuschlag, zum wichtigsten Raketentestzentrum der USA zu werden.
Die Lage mit freiem
Schussfeld in Richtung Osten über den menschenleeren Atlantik hinweg
war nahezu ideal für die Raketenerprobung. Die US-Regierung kaufte
das Gelände auf. Grosse Anstrengungen waren nötig, um aus dem
sumpfigen und unberührten Naturschutzgebiet ein Gelände mit einer
Infrastruktur für die Erprobung von Raketenflugkörpern zu machen.
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Am 24. Juli 1950
hob erstmals eine Rakete vom Startkomplex 4 Startgelände am Cape Canaveral
ab.
Es war die Bumper
8, eine durch eine amerikanische Oberstufe erweiterte deutsche V2 (A4)-Rakete
aus der Beute des Krieges. Die Amerikaner hatten eine ganze Reihe von A4-Rakete
aus Deutschland in die USA gebracht, modifizierten sie mit Hilfe der ebenfalls
in ihrem Einflussbereich befindlichen deutschen A4-Konstrukteure und setzten
sie für Versuchsflüge in großen Höhen ein. Nun setzte
sich der Ausbau der Testanlagen rasant fort. Dabei übernahm die US-Luftwaffe
die Leitung. Die Air Force baute ihren Stützpunkt als Cape Canaveral
Air Force Station ständig aus. Von hier aus wurden alle möglichen
militärischen Raketen und raketengetriebenen Flugkörper gestartet.
Von kleinen Höhenforschungsraketen bis hin zu Interkontinentalraketen. |
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Mitte der fünfziger
Jahre wurden erste Pläne für zivile und militärische Raumfahrtprogramme
erstellt. Als Startgelände für die Weltraumraketen war wiederum
das Cape Canaveral ausgewählt worden, denn hier gab es eine
funktionierende Infrastruktur und genügend Starteinrichtungen, die
den Beginn des Raumfahrtzeitalters für die USA gestatteten.
1956/57 wurden
die Vanguard- und Jupiter-Raketen erprobt, die einmal erste Satelliten
ins All tragen sollten. Zwar scheiterte der erste Vanguard-Start im Dezember
1957, doch schaffte es die US-Army an Bord einer aufgestockten Jupiter-Rakete
am Abend des 31. Januar 1958 Amerikas ersten Satelliten „Explorer 1“ in
den Weltraum zu schießen. Da bereits zwei russische Sputniks gestartet
worden waren, begann nun das Wettrennen im All. Zunächst schien es,
als ob die USA weit im Hintertreffen lägen, doch arbeiteten die Techniker
bereits an der Entwicklung von Großraketen, die auch bemannte Flüge
bis zum Mond gestatten sollten.
Die Vorbereitungen
hierzu liefen schon sehr früh an. Obwohl zunächst alle Raketenstarts
von der Air Force Basis aus erfolgten und nahezu ausschließlich auf
militärischen Trägern beruhten, dachte die 1958 gegründete
zivile Raumfahrtbehörde NASA schon sehr früh darüber nach,
ein eigenes großes Startgelände am Cape Canaveral zu installieren.
Zunächst jedoch wurde ein erstes bemanntes Weltraumprogramm (Mercury)
auf den Weg gebracht, das wiederum auf den militärischen Raketen Redstone
und Atlas beruhte, gefolgt von Gemini auf der militärischen Titan
II. Die NASA hatte die Leitung dieser Programme übernommen und das
Cape auch für die große Aufgabe des bemannten Mondfluges ausgewählt.
Um dies realisieren zu können wurde das Gelände nördlich
der Landzunge ausgebaut und urbar gemacht. Hier entstanden die ersten reinen
NASA-Startanlagen Nr. 34 und Nr. 37 für frühe Saturn/Apollo-Missionen.
Damit war auch die Trennung von Air Force Gelände und NASA-Gelände
vollzogen. Eine Fülle von Einrichtungen und Personal wurde der NASA
zugeordnet und der Aufschwung des Cape Canaveral zur Brutstätte des
Mondprogramms nahm seinen beeindruckenden Lauf.
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Schon bald wurde
der Startkomplex 39 geplant, der drei riesige Startanlagen für die
große Mondrakete Saturn V erhalten sollte. Schließlich wurden
nur zwei Anlagen fertiggestellt, von denen die Apollo-Astronauten zu ihren
Reisen zum Mond aufbrachen. Nach der Ermordung von Präsident Kennedy
wurde Cape Canaveral etwa ein Jahrzehnt lang als Cape Kennedy bezeichnet.
In diese Zeit fallen die bemannten Mondlandemissionen, die lange Zeit das
Bild des Cape in der ganzen Welt prägten, doch ist diese Bezeichnung,
die damals auch für den Ort Cape Canaveral galt, schon lange wieder
in Vergessenheit geraten. Nach der Rückbenennung blieb der Name Kennedy
lediglich noch für das NASA-Zentrum erhalten.
Die Trennung von
militärischem Luftwaffenteil und zivilem NASA-Gelände ist auch
heute noch vorhanden. Von der NASA wird dabei weitgehend das nördliche
Gelände um den Startkomplex 39, das jetzt als Shuttle-Startkomplex
dient, als „Kennedy Raumfahrt Zentrum“ (John F. Kennedy Space Center) betrieben,
während die Luftwaffe weiterhin die Cape Canaveral Air Force Station
als Startgelände betreibt. Wichtigste Starteinrichtungen hier sind
der Startkomplex 17 für die Delta-Rakete, der Komplex 36 für
die Atlas und der Komplex 40 für die riesige Titan 4-Rakete, die auch
für zivile Satellitenstarts der NASA und für kommerzielle Aufträge
zur Verfügung stehen. Gegenwärtig erfolgen umfangreiche Bauarbeiten,
um neue große Trägerraketen wie die Atlas 5 und Delta 4 einsetzen
zu können. Für die Delta 4 wurde der ehemalige NASA-Startkomplex
der kleineren Saturn-Raketen Nr. 37 umgebaut.
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Die Trennung
in militärisch und zivil lässt sich nur in der Zuständigkeit
klar definieren, da von der Air Force Station auch alle zivilen und kommerziellen
Missionen der Delta und Atlas erfolgen und auch die NASA-Welktraumsonden
von hier aus auf die Reise in die Tiefen des Alls gehen. Die NASA betreibt
weitgehend das Startgelände 39 mit den beiden Shuttle-Startrampen
A und B sowie das riesige vertikale Montagegebäude und der gesamten
Shuttle-Infrastruktur. Wie schon beim Mondprogramm, so kommen auch heute
große Komponenten per Schiff in Cape Canaveral an. Hierzu bietet
der Hafen Port Canaveral am südlichen Ende der Landzunge eine ideale
Basis. Und auch der Space Shuttle kommt nach seinen Weltraumreisen regelmäßig
zum Cape zurück. Hierfür wurde extra eine riesige Landebahn in
die Sümpfe des Capes, nördlich des Komplexes 39 gebaut. |