Das Apollo Programm
Apollo 1

Geplanter Start: 21. Februar 1967 
Rakete: Saturn IB (verkleinerte Saturn V) 
Besatzung: 
Virgil I.Grissom (Kommandant) 
Edward H. White (Pilot 1) 
Roger B. Chaffee (Pilot 2) 

Am 27.01.1967 begann das Training für die erste Apollo Mission. "Gus" Grissom, Ed White und Roger Chaffee waren die ausgewählten Astronauten. 

Sie hatten alle in der Raumkapsel Platz genommen. Nacheinander wurden die innere und die äußere Luke verschlossen. Es handelte sich um einen "plugs-out" Test, bei dem wie bei einem Start alle elektrischen Verbindungen nach aussen gekappt waren. Grissom bemerkte als erster, dass die Luft in der Kabine sehr schlecht war. Das Kontrollsystem hatte zuvor bereits nicht richtig funktioniert und war mehrmals repariert worden. Danach wurde die normale Luft durch reinen Sauerstoff unter Atmosphärendruck ausgetauscht. Ein Kommunikationsproblem unterbrach den simulierten Countdown. 
Um 18.30 Uhr hörte das Kontrollzentrum die Stimme von Grissom. "Hier ist Feuer". Bevor jedoch das Rampen Personal zu Hilfe kommen konnte, brachen fast explosionsartig Flammen aus der Kapsel hervor. Die Luke besaß keinen Absprengmechanismus. 5 Minuten und 20 Sekunden dauerte es bis die ersten Helfer durch ätzende Rauchschwaden vordringen konnten. White und Grissom lagen übereinander. Sie hatten noch versucht die Luken von innen zu öffnen. Chaffee saß in seinem Sitz. Die Ärzte konnten nur noch den Tod der 3 Astronauten feststellen. Tod durch Ersticken. 
Die Brandursache war ein Kurzschluß verursacht durch Schlamperei aufgrund von ständigem Termindruck.



Apollo 2 - Apollo 4


Apollo 5
Start: 22. Januar 1968
Dauer: 8 h 36 min 59 s
Rückkehr: keine
Mission:
Unbemannter Flugtest des Mondlandemoduls
Mehrmalige Zündung der Triebwerke


Apollo 5 war am 22.01.1968 gestartet. Getestet wurde erstmals unbemannt im Erdorbit die Mondfähre (LEM) mit ihrem Lande -sowie ihrem Aufstiegstriebwerk. Der Test war erfolgreich.



Apollo 6
Start: 04. April 1968
Dauer: 10 h 22 min 59 s
Rückkehr: 04. April 1968
Mission:
Test der Bordsysteme, Navigations- und Notsysteme
Am 4.04.1968 startete Apollo 6 zu einem Testflug.  2 Minuten nach dem Start gab es Alarm im Kontrollraum. Die Rakete war ins Schütteln geraten. Der sog. "Pogo-Effekt", Längsschwingungen des
Raketenkörpers, verursacht durch Schwingungen in den Triebwerken der 1. Stufe, hatten bedrohliche Ausmaße angenommen.
Dieses wurde bereits beim ersten Flug der Saturn V beobachtet. 2 der 5 Triebwerke der 2. Stufe schalteten zu früh ab. Der Raketenmotor der 3. Stufe streikte, als er ein zweites Mal gezündet wurde.
Zwar gelang nach 2 Umläufen die Rückführung der Apollo Kapsel. Hinsichtlich der Trägerrakete war das Testergebnis alles andere als erfreulich.

Apollo 7

Start: 11. Oktober 1968
Dauer: 10 Tage 20 h 9 min
Rückkehr: 22. Oktober 1968
Besatzung:
Walter M. Schirra (Kommandant)
Donn F. Eisele (Pilot 1)
Walter Cunningham (Pilot 2)

Am 11. Oktober 1968 startete 20 Monate nach der Brandkatastrophe der Apollo 1 wieder eine bemannte Apollo Saturn V Rakete. Ziel war es, das Mutterschiff zu testen. Erstmals wurde eine Live-Übertragung
aus einem Raumschiff durchgeführt. Alle Tests verliefen erfolgreich. Der Weg zur Vorbereitung des Mondfluges war nun frei.



Apollo 8

Start: 21. Dezember 1968
Dauer: 6 Tage 3 h 42 s
Rückkehr: 27. Dezember 1968
Besatzung:
Frank Borman (Kommandant)
James A. Lovell (Pilot 1)
William A. Anders (Pilot 2)

Am 21. Dezember 1968 gegen 7.51 Uhr startete Apollo 8 mit den Astronauten Frank Borman, James Lovell und William Anders. Erstmals begab sich eine bemanntes Raumschiff in den Mondorbit.
250.000 Menschen am Startplatz und ca. eine Milliarde Fernsehzuschauer verfolgten den Start live. Apollo 8 sollte sich bis auf 113 Kilometer dem Mond nähern.


Weihnachtsansprache 


Apollo 9

Start: 03. März 1969
Dauer: 10 Tage 1 h 53 s
Rückkehr: 13. März 1969
Besatzung:
James A. McDivitt (Kommandant)
David R. Scott (CM Pilot)*
Russel L. Schweickart (LM Pilot)**
*  CM = Kommandomodul
** LM = Landemodul

Am 3. März 1969 wurden mit der Apollo 9 Mission alle für eine Mondlandung notwendigen Elemente getestet. Das bemannte An- und Abkoppeln des LEM (Landefähre) und der Ausstieg der Astronauten standen
im Mittelpunkt der Mission. Die Landung erfolgte nach 151 Erdumläufen.



Apollo 10

Start: 18. Mai 1969
Dauer: 8 Tage 3 min 23 s
Rückkehr: 26. Mai 1969
Besatzung:
Thomas P. Stafford (Kommandant)
John W. Young (CM Pilot)*
Eugene A. Cernan (LM Pilot)**
*  CM = Kommandomodul
** LM = Landemodul

Am 18. Mai 1969 startete Apollo 10 zu einer achttägigen Mondmission. Es sollte der letzte Test für die Landung auf dem Mond sein. Nach Erreichen der Mondumlaufbahn wurde ein Testflug mit dem Landemodul
"Snoopy" durchgeführt. Es erfolgte ein Abstieg bis auf 15240 Meter über der Mondoberfläche. Sekunden später jedoch schießt "Snoopy" wie wild auf und ab und gerät in unkontrollierte Drehungen.
Der Absturz scheint unabwendbar. Pilot Stafford schaltet jedoch die Automatik ab und braucht 2 Minuten bis er die Mondfähre unter Kontrolle bringen kann.
Wie sich später herausgestellt hat, war es ein Konflikt zwischen zwei Steuersystemen. Der Weg zur Mondlandung war nun frei.



Apollo 11

Am 16. Juli 1969 wurde es ernst für die drei Astronauten, welche für die erste Landung eines Menschen auf dem Mond auserwählt und ausgebildet waren.



Apollo 12

Start: 14. November 1969
Dauer: 10 Tage 4 h 36 min 24 s
Mondaufenthalt: 31 h 31 min
Mondlandung: 19. / 20 November 1969
Rückkehr: 24. November 1969
Besatzung:
Charles Conrad (Kommandant)
Richard F. Gordon (CM Pilot)
Alan L. Bean (LM Pilot)
*  CM = Kommandomodul
** LM = Landemodul

Vom 14. bis 24. November 1969 dauerte die Mondlandemission von Apollo 12. Die Astronauten waren Conrad, Bean und Gordan. Die Landung erfolgte im Oceanus Procellarum.
 Beim Start wurde Apollo 12 zweimal vom Blitz getroffen.  Die Astronauten wurden mit einer Situation konfrontiert, die bisher noch nicht erprobt war.
Aufgrund der Blitzschläge fielen die gesamten Instrumente aus.
Mit Hilfe der Bodenkontrolle konnte dieses Problem jedoch wieder behoben werden und die Bodenkontrolle in Housten gibt letztendlich das >Go<.

Conrad und Bean landeten so präzise, dass wie vorgesehen die 2 1/2 Jahre zuvor gelandete Raumsonde
Surveyor 3 mit einem kurzen Marsch erreicht  und Teile demontiert werden konnten. Ein auf dem Mond zurückgelassenes Seismometer verzeichnet 2300 Beben und Meteoriteneinschläge.
34 Kilogramm Mondgestein werden gesammelt.
Conrad, der dritte Mensch auf dem Mond sagte: "Das mag ja ein kleiner Schritt für Neil Armstrong gewesen sein, für mich war es ein großer".



Apollo 13

Start: 11. April 1970
Dauer: 5 Tage 22 h 54 min 41 s
Mondlandung: keine
Rückkehr: 17. April 1970
Besatzung:
James A. Lovell (Kommandant)
John L. Swigert (CM Pilot)
Fred W. Haise (LM Pilot)
*  CM = Kommandomodul
** LM = Landemodul

Am 11. April 1970 startete Apollo 13 und sollte auf der Fro-Mauro-Hochebene landen. Diese Mission sollte nicht wie die vorhergehenden ablaufen. Die Astronauten Lovell, Haise und Swigert sollten
Ihr Ziel auf dem Mond landen nicht erreichen. 55 Stunden und 55 Minuten nach dem Start geschah etwas, mit dem niemand gerechnet hatte. Eine Explosion eines der Sauerstofftanks der
Service Einheit zwei Tage nach dem Start machten es notwendig, dass diese Mission in einer dramatischen Rettungsaktion nur noch ein Ziel kannte, die drei Astronauten zurückzubringen.


Das Kommandomodul "Odyssey" wurde funktionsunfähig, da sowohl die Sauerstoff- und Stromversorgung aber auch andere Systeme versagten.

Sehr groß war die internationale Anteilnahme.
Was keiner wußte, die Mondfähre "Aquarius" sollte den Astronauten das Leben retten.
Bestimmt hat jeder noch den legendären Ausspruch von J. Lovell im Ohr als er sagte,

"Houston we've a problem"   "Houston wir haben ein Problem"

Bis kurz vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre befanden sich die Astronauten im Mondlandemodul
und hatten mit extremer Kälte sowie mit dem Anstieg des Kohlendioxidanteils zu kämpfen.

Diese Mission wurde durch einen phantastischen Spielfilm "Apollo 13"  der Öffentlichkeit in die Erinnerung zurückgebracht. Apollo 13 war ein Meilenstein für die bemannte Raumfahrt.
Er machte die Risiken deutlich und zeigte, was aufgrund von technischen Mängeln passieren kann. Der NASA wurde nahegelegt, das Mondlandeprogramm zu straffen bzw. zu kürzen.



Musik zum Film 
"Apollo 13"

Apollo 14

Start: 31. Januar 1971
Dauer: 9 Tage 1 min 58 s
Mondaufenthalt: 33 h 31 min
Mondlandung: 19. / 20 November 1969
Rückkehr: 24. November 1969
Besatzung:
Alan B. Shepard (Kommandant)
Stuart A. Roosa (CM Pilot)
Edgar D. Mitchell (LM Pilot)
*  CM = Kommandomodul
** LM = Landemodul

Am 31. Januar 1971 startete Apollo 14 und landete in der Fro-Mauro-Hochebene. Alan Shephard, der Mercury Astronaut und der erste Amerikaner im All (1961) und Edgar D. Mitchell gingen
auf dem Mond spazieren. 5 Kilometer legten die beiden zurück und hätten sich beinahe verlaufen. Shepard war der 1. Golfspieler auf dem Mond.
Ohne Luftwiderstand und bei geringer Gravitation konnte er Bälle bis zu 350 Metern weit schlagen.
Es wurden 42 Kilogramm Gesteinsproben mit einem von Muskelkraft angetriebenen Räderfahrzeug gesammelt.



Apollo 15

Start: 26. Juli 1971
Dauer: 12 Tage 7 h 11 min 53 s
Mondaufenthalt: 66 h 55 min
Mondlandung: 30. Juli 1971
Rückkehr: 07. August 1971
Besatzung:
David R. Scott (Kommandant)
Alfred M. Worden (CM Pilot)
James B. Irwin (LM Pilot)
*  CM = Kommandomodul
** LM = Landemodul

Die Öffentlichkeit nahm kaum Notiz vom Start der Apollo 15 am 26. Juli 1971.
Es gab die ersten Farbfernsehbilder vom Mond. Nach Abschluß der Mission wurde das Mondauto so geparkt, dass die Kamera den Start des Landemoduls "Falcon" direkt übertragen konnte.
Al Worden der das Kommandomodul steuerte, unternahm nachdem "Falcon" angedockt hatte einen einzigartigen Weltraumspaziergang.



Apollo 16

Start: 16. April 1972
Dauer: 11 Tage 1 h 51 min 5 s
Mondaufenthalt: 71 h 2 min
Mondlandung: 20. April 1972
Rückkehr: 27. April 1972
Besatzung:
John W. Young (Kommandant)
Thomas K. Mattingly (CM Pilot)
Charles M. Duke (LM Pilot)
*  CM = Kommandomodul
** LM = Landemodul

Apollo 16 starte am 16. April 1972.
Das Landeziel war nördlich des Kraters "Descartes" direkt im Zentrum des Mondes von der Erde aus. Nach dem Abkoppeln des Landemoduls taucht ein Problem mit dem Haupttriebwerk des
Kommandomoduls auf. Die Lage ist sehr gefährlich: Wenn das Triebwerk versagen sollte, können die Astronauten nicht mehr zur Erde zurückkehren.
Das Landeunternehmen wird vorerst abgebrochen. Nach 6 Stunden gibt Housten die Landung frei. Der Landeplatz liegt ca. 240 Kilometer südwestlich von Apollo 11.
Wieder wurde das Mondauto eingesetzt. Noch eine Mission sollte durchgeführt werden. Die Apollo 17 Mission. Der Abschied vom Mond nahte.



Apollo 17

Start: 07. Dezember 1972
Dauer: 12 Tage 13 h 51 min 59 s
Mondaufenthalt: 75 h
Mondlandung: 11. Dezember 1972
Rückkehr: 19. Dezember 1972
Besatzung:
Eugene A. Cernan (Kommandant)
Ronald E. Evans (CM Pilot)
Harrison H. Schmitt (LM Pilot)
*  CM = Kommandomodul
** LM = Landemodul

Abschied vom Mond oder das Ende des Apollo Projektes
So könnte man die Apollo 17 Mission überschreiben.
Der Start am 7. Dezember 1972 war noch eindrucksvoller als die bisherigen. Er erfolgte bei Nacht. Wieder wurde das Mondauto eingesetzt. Diesmal wurde jede Bewegung der Astronauten von einer
von der Erde aus gesteuerten Fernsehkamera gefilmt. Diese Mission war ein erfolgreicher Abschluß für das gesamte Apollo Programm. Eugene Cornan tat den Auspruch:

"Während ich die für einige Zeit letzten Schritte von der Mondoberfläche zurück nach Hause mache, glaub ich, dass die historische Herausforderung Amerikas als die Bestimmung der Menschheit
von morgen betrachtet wird. Und indem wir den Mond verlassen, gehen wir so, wie wir gekommen sind, wir werden zurückkehren, in Frieden und mit Hoffnung für die Menschen."

Er sollte nicht ganz recht behalten. Kein Mensch betrat seitdem erneut den Mond. Das Apollo Programm wurde aus Kostengründen gestrichen.
Die geplanten Missionen Apollo 18, 19 und 20 entfallen aus Kostengründen. Die bereits gebaute Apollo 18 kann man heute im Kennedy-Space-Center in Florida bestaunen.

Das Ende einer Epoche